JugendLeichtathletikWettkampfsport

Vom „schwierigen Jahrgang“ zum Hoffnungsträger der Leichtathletik –

die DJK-SG St. Ingbert entpuppt sich immer mehr zur Kugelstoß-Hochburg

Die in Fachkreisen oft als „Übergangsjahrgang“ bezeichnete Altersklasse der U14 (damit sind die 12- und 13-jährigen des laufenden Kalenderjahrs gemeint) wird oft als Maßstab für eine erfolgreiche Jugendarbeit genommen. Die Schwierigkeit besteht darin, die Nachwuchsathleten aus der mannschaftsbasierten „Kinderleichtathletik“ in den „Erwachsenensport“ zu bekommen, bei dem sich jeder einzelne Sportler in den Einzeldisziplinen bzw. dem Mehrkampf mit anderen misst. Besonders anspruchsvoll ist es dabei, die technischen Komponenten bereits frühstmöglich herauszuarbeiten.

In genau diesem Punkt hat man in St. Ingbert am vergangenen Wochenende einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht. In dem überregionalen Hallenwettkampf der U14, der am 03. Feb. auf dem Saarbrücker Sportcampus ausgetragen wurde, stachen gleich mehrere Nachwuchsathletinnen und -athleten aus St. Ingbert aus der Masse hervor. So konnte man sich seitens der DJK Sportgemeinschaft über einen Titel, sowie zahlreiche TOP-Platzierungen freuen. Bemerkenswert war vor allem die Ausbeute in einer technisch sehr anspruchsvollen Disziplin, dem Kugelstoßen!

Doch den Anfang machte Anna Escher (W12), vor der mit insgesamt vier Einzeldisziplinen eine regelrechte Mammutaufgabe lag. Binnen weniger Stunden absolvierte sie zunächst den 60-Meter Hürdensprint und den Hochsprung, welchen sie aufgrund des straffen Zeitplans sogar für die Sprintstrecke (60m) kurzzeitig unterbrechen musste! Am Ende stellte sie sich auch noch dem Weitsprung, wo sie -gezeichnet von einem langen Wettkampftag- mit Platz 7 (3,89m) erfreulicherweise das Finale erreichte. Zuvor belegte sie in all ihren Disziplinen einen tollen 3. Platz ! Besonders im Hochsprung (1,26m) ist dies hervorzuheben, da sie noch mit der vereinfachten Technik, dem „Schersprung“ vorliebnimmt. Da sollte es wenig überraschen, wenn Anna sich im Sommer mit der Umstellung auf den sogenannten FLOP (mit dem Rücken über die Stange) in der Saarländischen Spitze etablieren sollte.

Bei den Jungs ging mit Paul Merz, David Müller, Maximilian Reis (alle M12) und Malik Rian (M 13) gleich ein ganzes Quartett auf Titeljagd. Der sprintstarke David Müller zeigte gleich in seinem Zeitlauf über 60m, dass er zu den Schnellsten in der Region gehört. Er gewann in 9,31 sec mit großem Abstand seinen Zeitlauf und konnte sich am Ende hinter zwei Athleten aus Mainz nicht nur über Platz 3 freuen, sondern sich auch „schnellster Saarländer (!)“ nennen. Auch Maximilian Reis und Paul Merz sorgten für eine Überraschung. Trotz einem enormen Trainingsrückstand in den technischen Disziplinen wuchsen beide nach einem kurzen „Crashkurs“ im Kugelstoßen über sich hinaus. Auch von der Atmosphäre in der Halle ließen sie sich nicht beeindrucken und bewiesen Nervenstärke, denn jeweils im allerletzten Versuch zeigte Beide ihre Tagesbestweite! Maxi schob sich im letzten Durchgang mit 6,50m auf einen tollen Platz 3 vor. Paul stieß die 3-Kilogramm schwere Kugel sogar fast über die 7-Meter-Marke (6,91m) und wurde überragend Zweiter. In einer gänzlich anderen Ausgangsposition befand sich Malik Rian, der im älteren Jahrgang der M13 an der Start ging. Er gilt bereits seit mehr als einem Jahr als eines der größten Talente im saarländischen Wurfbereich und sammelte bereits fleißig Titel. Doch auch Malik hatte starke Konkurrenz. Erst im 4. Versuch stellte er sein Können eindrucksvoll unter Beweis und beförderte das Wurfgerät auf 8,77 m! Nicht nur ein persönlicher Bestwert, sondern auch Platz 1 und einen weiteren Titel in seiner Sammlung. Gemeinsam rannte das Quartett aus St. Ingbert in der abschließenden Pendelstaffel über 4×50 Meter hinter den renommierten Teams des SV GO! Saar 05 Saarbrücken und des LC Rehlingen mit weniger als 1,5 Sekunden Abstand auf Platz 3.

Ein mehr als gelungener Einstand in die noch junge Leichtathletiksaison für die jungen St. Ingberter/innen, was nicht zuletzt dem akribischen Training vom mittlerweile 82-jährigen Cheftrainer Manfred Kohler zu verdanken ist.Er leitet nicht nur zahlreiche individuelle Techniktrainings mit den Athleten (vor allem im Wurfbereich), sondern ist auch bei nahezu allen Veranstaltungen ganz vorne mit dabei. So konnte er den Erfolg am Wochenende auch aus erster Hand beobachten und so an der weiteren Trainingsplanung für die Sommersaison feilen.

Mit Spannung und Vorfreude blickt man in St. Ingbert in die Freiluftsaison, die mit ihren ersten regionalen Wettkämpfen Anfang Mai beginnen wird.

Bericht und Bilder: Lars Herrmann